Schon immer begeistert von den Geschichten aus Asien bereiste ich Japan, studierte den japanischen Holzbau, seine Holzarten und die daraus entstandenen Kunstobjekte. So auch das Kamidana. „Kami“ bedeutet in der japanischen Sprache Gott oder Götter, denn es gibt viele. „Dana“ ist ein Wandbrett. Das Kamidana beherbergt die Götter auf einem Wandbrett im Hause und übernimmt so die Bedeutung eines Hausaltares. Es sieht so aus wie ein kleines Holzmodell eines lokal bedeutsamen Schreingebäudes aus der Shinto-Religion. Diese Miniaturmodelle werden von den „miyadaiku“, den Schreinbaumeistern selbst, hergestellt. Sie sind Zimmerleute, die eigens für den Schreinbau ausgebildet sind. Das Kamidana wird an eine höhere Stelle montiert. Es werden regionale Gottheiten verehrt, aber auch Berühmtheiten wie die Sonnengöttin Amaterazu, die Schöpferin Japans. Das Kamidana wird reich geschmückt und verziert. Mit Schalen und Vasen, der Pflanze Sakaki, Kerzen und dem Shimenawa, einem Strohseil. Die zu Besuch kommenden Götter werden mit Reis, Salz, Wasser, Sake oder Früchten geradezu verpflegt und erhalten jeden Morgen eine Schale mit frischem Wasser. Das erste Kamidana vom Japantischler Marcus Heydeck erfüllt seine Funktion in Zukunft in einem Dojo, einer Schule für die Kampfkünste. Hier wird dem Sportgeist verehrt und gehuldigt, damit sich die vielen Übungsstunden auszahlen und ausbleiben.

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